Abenteuer-Trip nach Nicoya

Beste Essen in Nicoya

Nach etwa einer Woche Aufenthalt im Hotel Samara beschließen Rainer und ich einen Ausflug nach Nicoya zu machen. Eine Deutsche Familie, die zurzeit Gäste im Hotel sind, schließt sich uns an.

Dieser Weg wird nicht einfach sein

„STRAßENHÜGEL!“, rufe ich laut, als ich vor uns die Gefahr erkenne, und drei zusammengequetschte, nicht angeschnallte Passagiere auf der Rückbank unseres Jeeps klammern sich hektisch an Fensterrahmen, Türgriffen und aneinander fest. Wenn es gut läuft, knallt keiner mit dem Kopf gegen das Wagendach. Jemand, der viel reist, ist zum Glück an artenverwandte Situationen gewöhnt. Säßen wir beispielsweise in einem Flugzeug, würde uns eine Stewardess jetzt bitten, Sicherheitsgurte anzulegen und die Tische hochzuklappen, um den zu erwartenden Turbulenzen die Stirn bieten zu können.

WUMPPP-KRACKSSS-KAWUMM! – Es folgen einige Sekunden der Erschütterung, die von einem verrückten Lachen aus Richtung des Fahrersitzes begleitet werden. Dann haben wir vergleichsweise glimpflich auch diese Hürde überwunden. Die drei Dummy Puppen auf den hinteren Sitzen atmen erleichtert auf und lassen sich wieder los. Eine davon – die in der goldenen Mitte –  bin ich.

Anschnallen ist in Costa Rica verboten

Schon allein die von Schlaglöchern und kleinen Hügeln durchsetzte Straße nach Nicoya ist ein Abenteuer für sich. Sicherheitshalber hat man ihr hier und da noch eine Bodenwelle hinzugefügt, damit es auch auf vergleichsweise ebenen Abschnitten der Strecke nicht zu langweilig wird.

„Anschnallen ist in Costa Rica verboten!“, hatte Rainer beim losfahren fröhlich gerufen – eine Sekunde bevor er gefühlt das Gaspedal durchgetreten und den Wagen von seinem Grundstück gen Stadt hatte schießen lassen. Meine Begleiterinnen und ich, allesamt von der plötzlichen Beschleunigung überrascht, warfen einander viel sagende Blick zu. Wir beschlossen, uns in diesem Falle lieber an die Regeln des Deutschen Straßenverkehrs zu halten und ergriffen unsere Sicherheitsgurte. Um dann festzustellen, dass es gar keine Gegenstücke zum Gurt gab, in denen letzterer einrasten konnte. Aber was machte das schon? Dank Rainers Fahrstils wäre man bei einem Unfall vermutlich trotz Sicherheitsgurt fällig. Und was dich nicht umbringt, macht dich nur stärker.

Ankunft in Nocoya

Nach einer Dreiviertelstunde sind wir endlich am Ziel angekommen und steigen leicht durchgeschüttelt und zerknautscht aus dem Wagen. Wir recken unsere Glieder, fallen einander in die Arme und freuen uns, dass wir noch leben. Eine ganze Weile schlendern wir durch die Straßen des lauten und bunten Nicoyas, der Hauptstadt von Guanacaste. Machen einen Abstecher bei der Bank und bei Ekono, dem Cotsa Ricanischen H&M. Alles ist sehr auf Sicherheit bedacht: Vor Eintritt in die Bank wird man von der Security untersucht, nach dem Herausgehen aus dem Klamottenladen wird der Bon der gekauften Ware abgezeichnet.

Käffchen im CanelAzul

Danach beschließen wir, dass es Zeit für eine kleine Pause ist. Doch wo kann man in so einer lebhaften Stadt in Ruhe Kaffee trinken und entspannen? Die Antwort lautet im „CanelAzul Cafe“, einem absoluten Insider-Tipp. Ganz neu eröffnet und in einem Hinterhof gelegen kann man hier fern der lauten Hauptstraße verweilen: was für eine angenehme Abwechslung!

für jeden Geschmack etwas dabei

Es werden neben Costa Ricanischen Leckereien jede Menge verschiedene Getränke angeboten. Von Kaffee über hausgemachte Limonade bis hin zum Smoothie ist die ganze Bandbreite vorhanden. Und noch eine weitere Kostbarkeit hat unser neues Lieblingscafè in Petto: Ventilatoren! So ein Städtetrip bei tropischen Temperaturen ist wirklich schweißtreibend.

#Chao Plàstico Desechable

Etwa eine Stunde sitzen wir dort auf der überdachten Holzterrasse und genießen in modernem Ambiente selbst gebackenen Kuchen und Hähnchen-Wraps. Ein weiterer Pluspunkt: Das CanelAzul ist mit einem Award ausgezeichnet, denn auch hier wurde dem Plastikmüll der Kampf angesagt.

Kampf gegen Plastik
Kampf gegen Plastik

Unsere Fruchtshakes genießen wir aus wieder verwendbaren Metallröhrchen, dem fortschrittlicheren Bruder des alten Strohhalms.

Besuch auf dem Lebensmittelmarkt

Dann ist es Zeit, letzte Besorgungen auf einem Markt zu machen. „Wie viel für eine Melone!?!“ brüllt Rainer den Verkäufer eines Obststandes auf Spanisch an. Jedenfalls wäre es nach Deutschen Maßstäben zu urteilen ein Brüllen. Hier jedoch gilt sowas als normale Konversation. „3000 Colones!!!“, kommt die Antwort nicht weniger leise. Das lautstarke Verhandeln von Preisen gehört hier zum guten „Ton“ und ist keinesfalls unfreundlich gemeint. Man darf sich vom Temperament der Ticos nicht abschrecken oder einschüchtern lassen. Es sind einfach sehr laute und lebensfrohe Menschen, die gern auch mit Fremden in Kontakt treten.

Vollgepackt mit Bananen, Mangos und jeder Menge Gemüse verlassen wir schließlich den Markt und machen uns auf den Heimweg. Netterweise fährt Rainer diesmal sogar ziemlich vorsichtig. Aus Rücksicht auf die Lebensmittel natürlich. Eine Avocado zum Beispiel verträgt eben nicht so viele Schlaglöcher wie eine Praktikantin.  

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Rießen Tat in Hojancha, Guanacaste

Nicht mehr abholzen Costa Rica

Gerodeter Wald, Viehweiden und extreme Wasserprobleme: so sah es noch vor Jahren in Hojancha, Guanacaste aus. Heute bietet sich uns aber ein völlig anderes Bild der Flora und Fauna, die Leute sind aufgewacht und arbeiten daran den Wald zu retten!

Viehweide statt Regenwald

1984: Das Gebiet auf der Nicoya Halbinsel ist komplett abgeholzt. Nichts ist mehr übrig von der einstigen Artenvielfalt und der üppigen Vegetation. Das hat nicht nur katastrophale für die Flora und Fauna, sondern auch für die dort lebenden Menschen. Denn auch der Fluss Nosara ist nahezu komplett ausgetrocknet: die Leute haben nicht genug zu trinken…

Schuld daran sind die Farmer, welche die einstigen Waldgebiete für ihre Viehhaltung abgeholzt haben. Als dann aber die Viehpreise sinken, eine Dürre vorherrscht und die extremen Schäden der Entwaldung offensichtlich werden, wandern 57% der Bevölkerung ab. Zurück bleiben wenige treue Einwohner und eine Menge Probleme…

Guanacaste Naturschutz
Luftaufnahme von Hojancha heute – der Wald hat sich erholt!

Rettung naht

Aber nicht alle Einwohner machen sich aus dem Staub und manche der Zurückgebliebenen sind bereit ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. 1992 laufen sich zwei alte Freunde über den Weg und beginnen miteinander über das rießen Problem zu reden. Sie wollen etwas ändern. Am selben Tag noch treffen sich Delfín Méndez und Asdrúbal Campos mit weiteren Freunden um eine konkrete Strategie auszutüfteln. Gemeinsam mit weiteren Einwohner wollen sie ein Gebiet aufkaufen auf dem wieder neuer Wald wachsen kann.

Wiederbeforstung Guanacaste
Bäume werden gepflanzt und der Wald blüht neu auf


Heute: Hojancha blüht auf!

Und es hat tatsächlich geklappt! Die gegründeten Fundación Pro Reserva Forestal Monte Alto hat es geschafft ein Schutzgebiet auszuweisen und die Wiederbeforstung hat bereits große Fortschritte gemacht. Auch der Fluss hat sich wieder erholt, die neue Vegetation wirkt sich also auch positiv auf die Wasserverfügbarkeit aus. Aber natürlich ist noch lange nicht alles geschafft…vor allem die jüngere Generation muss miteingebunden werden und lernen dieses Projekt naturgerecht fortzuführen. Nur so kann der Wald auch in Zukunft geschützt werden und noch weiter wachsen. Aber ein großer Teil ist immerhin schon mal geschafft. Heute kann Emel Rodríguez einen Weg unter Bäumen entlang gehen, die er selbst gepflanzt hat. Sein Vater war einer der Viehhalter, welche einst den Wald abgeholzt haben. Sein Sohn pflanzt heute neue Bäume.

Selfie war gestern – Drohne ist heute!

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Karibisches Meer am Pazifik?

schöer Strand in Guanacaste

Der Urlaub in Costa Rica steht fest, jetzt bleibt noch eine harte Frage: geht es an den Pazifik oder an die Karibik? Und was ist überhaupt der Unterschied zwischen den beiden Küsten?

Ein Urlaub in Costa Rica ist für viele ein Traum. Es ist das Natur-Land schlecht hin, mit dem Regenwald, den exotischen Pflanzen und Tieren und natürlich dem Meer!
Trotzdem muss man sich möglicherweise entscheiden: geht es an den Pazifik im Westen des Landes oder doch in den Osten?

Küstenlänge: Karibik 212 km, Pazifik 1.022 km

So einfach kann man das nicht entscheiden, denn beide Küsten haben jede Menge zu bieten. Am besten nimmt man sich etwas Zeit, um genau durchzugehen was einem persönlich am wichtigsten ist. Dennoch gibt es einige grundlegende Unterschiede zwischen der West- und Ostküste Costa Ricas.

Karibik

Die Karibik ist in die Nordkaribik und die Südkaribik Region aufgeteilt. Im Norden gibt es die Region Tortuguero mit einem einzigartigen Nationalpark. Etwas abgelegen gilt hier Natur und Wildnis pur!
Jede Menge Natur und schöne Strände sind im Süden auch um Puerto Viejo. Auch wenn jedes Jahr viele Touristen hierherkommen, verliert die Region nicht ihren typischen karibischen Charme.
Allgemein ist die Karibik touristisch noch nicht so erschlossen, und sehr entspannt und relaxt.

Playa Viejo
Strand in der Karibik

Pazifik

Touristisch erschlossen ist die Pazifikküste schon mehr als der Osten. An bestimmten Orten gibt es größere Hotels, Restaurants, oder typische Touristenstände. Aber auch hier findet man immer einen stillen und ruhigen Strand, bei dem man vollkommen für sich ist. Auch ist an der Westküste jede Menge Aktion zu erwarten, vor allem mit dem Surfbrett oder einem Boogieboard bist du hier an der richtigen Stelle!

Die Pazifikküste ist in mehrere Teile gegliedert. Nord-Guanacaste, Süd-Guanacaste, die Halbinsel Nicoya, der Zentral-Pazifik, die Südpazifik Region und die Halbinsel Osa, und jeder Teil hat etwas ganz besonderes zu bieten.
Außerdem steht die Pazifikküste unter dem Einfluss der tropischen Jahreszeiten, welche das Jahr in eine Trocken- und eine Regenzeit unterteilen. Die Karibikküste folgt diesem Muster nicht. Hier regnet es das ganze Jahr über und dadurch ist sie auch deutlich feuchter.

Traumstrand am Pazifik
Pazifikstrand bei Sámara

 

Wer also die Möglichkeit hat beide Küsten zu besuchen, sollte dies auf jeden Fall tun! Ansonsten liegt eine schwere Entscheidung vor euch, aber hey es gibt immer noch einen zweiten Urlaub…

Die Karibik am Pazifik erleben

Trotzdem haben wir noch einen Tipp, der das beste beider Küsten vereint. Der Traumstrand Carillo in Guanacaste. Er liegt zwar an der Pazifikküste, versprüht aber nur so karibischen Flair. Ein zauberhafter Strand, mit gechillter und entspannter Atmosphäre und zusätzlich noch besserem Wetter. Hört sich gar nicht schlecht an oder?

Costa Rica Pazifik
Traumstrand Carillo in Guanacaste

Für besondere Naturliebhaber empfehlen wir außerdem das Hotel Paraíso del Cocodrilo. Es liegt auch in Guanacaste, also nicht weit weg von dem Traumstrand Carillo und zudem mitten im Regenwald. Eine einzigartige Erfahrung!

 

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